www.Baden-spielt-Schach.de Stand: Sonntag, 02.12.2008

 

Deutschland-Cup

Schacholympiade und Deutschlandcup in Dresden

Bericht von Christoph Mährlein

Der Badische Schachverband hatte für Dresden einiges auf die Beine gestellt und wir waren Dank gemeinsamer Anreise, grellgelber T-Shirts  und großer Anzahl (fast 100) doch sichtbar präsent. Das machte uns nebenbei in zwei Bussen die Anreise etwas erträglicher, die sowohl auf der Straße als auch mit der Bahn recht schwierig und langwierig war. Raoul Ströhhäker, Andreas Gann und ich nutzten die Zeit, um Teile der badischen Schachjugend auch an Skat und Poker heranzuführen; ob das ein Verdienst war, wird sich zeigen.

Die Veranstalter losten wegen der schwierigen Anreise auch die nicht rechtzeitig angemeldeten Teilnehmer mit aus, dadurch waren viele Spieler, darunter auch ich, in der ersten Runde ohne Gegner. Die Organisation war teilweise etwas chaotisch, aber bei 800 Teilnehmern in einem Nebenturnier (!) muss man einfach auch Abstriche machen.

Die Atmosphäre war jedenfalls eindrucksvoll. Am Nachmittag des ersten Spieltages konnten die, die nicht an der Stadtrundfahrt teilnahmen, bei der Schacholympiade Zeugen des deutschen Sieges über Spanien werden, an den folgenden Tagen auch bei den Unentschieden gegen Russland und die Ukraine, jeweils fachkundig kommentiert von Klaus Bischoff und Susan Polgar. Daneben gab es ein geräumiges Blitz- und Analyseareal. Teilweise besuchten über 2000 Zuschauer die Schacholympiade, das zu erleben war wirklich interessant. Besonders von den sehr präsenten und urteilssicheren Kommentaren von Klaus Bischoff habe ich auch schachlich sehr profitiert. Der frühe Rundenbeginn um 8.30 Uhr und eine Doppelrunde begrenzten die Gestaltung der Abende allerdings. Etwas lästig war auch, dass die Partien des Deutschlandcups um 13.15 Uhr abgebrochen und in einem Nebenraum weitergespielt werden mussten, damit der Turniersaal gerichtet werden konnte.

Im Deutschlandcup konnten die badischen Teilnehmer insgesamt in zwei von 15 Gruppen gewinnen, nämlich Sergio Garcia Vega in der Gruppe bis 999 DWZ und Lorenz Hartmann in der Gruppe 1700-1799. In den oberen drei Gruppen warf die Schlussrunde die Badener zurück: Raoul Strohhäker führte noch nach der 5. Runde, fiel aber durch eine Niederlage auf den fünften Platz zurück (die Gruppe bis 2399 DWZ wurde nicht im KO-System ausgetragen, sondern wegen der wenigen Teilnehmer im Schweizer System). Bernd Schneider verlor in der Gruppe bis 2299 DWZ das Finale, in dieser Runde wurde Fernandez Aguado Vierter. Ich hätte in der Gruppe bis 2199 durch einen Sieg in der Schlussrunde noch Vierter werden können, kam aber über ein Remis nicht hinaus und endete als Siebter.

Den badischen Teilnehmern wurde ein reiches Beiprogramm geboten, einschließlich Besichtigung von Semperoper und Frauenkirche, abends gab es die Möglichkeit zu gemeinsamen Abendessen. Die liebevolle Organisation verdient Anerkennung und Dank, immerhin hat sich kein anderer Schachverband dieses Ereignis so zu eigen gemacht. Am Schlussabend wurden sämtliche badischen Teilnehmer vom Präsidenten Fritz Meyer nochmals gewürdigt  - und der große Schachausflug durch das Absingen des Badnerliedes abgeschlossen, das ist kein Witz! Es hatte tatsächlich jemand (den Namen verschweige ich an dieser Stelle, den Präsidenten trifft aber keine Verantwortung) die Noten des Liedes mitgebracht und ein Großteil sang auch recht inbrünstig mit. Ob am späten Abend noch jemand die offizielle Hymne der Schacholympiade zum Besten gegeben hat, die zwei Dresdener Musikstudenten eigens für das Ereignis komponiert hatten, ist nicht überliefert.